Die Legende vom Bastard
Drei Wochen ohne Licht, ohne Geräusche, ohne Kontakt zur Außenwelt: 1992 unterzog sich der Berliner Künstler und Schauspieler Axel Neumann (,,Tatort") diesem Selbstexperiment.
Was dann passierte, hatte er nicht erwartet: Der Reizentzug löste eine Flut innerer Bilder aus, die sich wie Fotografien in sein Bewusstsein einbrannten. Unermüdlich übertrug er sie seitdem mit dem Patronenfüller auf Papier - in nächtelanger, akribischer Präzisionsarbeit, als könnte ein einziger falscher Strich die übermittelte Information unleserlich machen.
In der Basilika St. Emmeram werden großformatige Auszüge seiner Monumentalwerke gezeigt. Filigrane Farbwelten von vibrierender Symbolkraft. Motivmosaike, geordnet wie Kathedralen, kryptisch wie Träume.
Die Ausstellung »Die Farbe des Lichts« will die inneren Bilder nicht decodieren, sondern ihr Geheimnis anerkennen - und sie dem Publikum zum eigenen Erleben übergeben.
In Zeiten, in denen KI und digitale Reizüberflutung viele in emotionales Chaos stürzen, stellt sie die vielleicht drängendste Frage unserer Zeit: Was macht mich eigentlich zum Menschen? Eine Antwort könnte in der Basilika St. Emmeram zu sehen sein.
Flyer Die Farbe des Lichts